Samstag, 31. März 2018

Autoreninterview Ulrike Busch


Buchmesse Frankfurt 2017


Liebe Ulrike, ich freue mich, dass Du Dir die Zeit nimmst und Dich meinen Fragen stellst. Ich habe mal nachgesehen, seit wann ich Deine Bücher kenne und festgestellt, dass ich im Dezember 2015 zum ersten Mal ein Buch von Dir gelesen und rezensiert habe. Im Oktober 2017 haben wir uns auf der Buchmesse endlich mal persönlich treffen können und uns sehr gut unterhalten. Natürlich über Bücher, wie soll es anders sein.

Seit Ende 2016 veröffentlichst Du im Klarant Verlag Ostfrieslandkrimis, die ich alle mit Begeisterung gelesen habe. Natürlich sind mir die Ermittler der Kripo Greetsiel ans Leserherz gewachsen. Darf ich da auf weitere Folgen hoffen?

Selbstverständlich! Zurzeit arbeite ich an einem neuen Fall mit Tammo Anders und Fenna Stern. Es geht um einen Mord in Pilsum, einem Nachbarort von Greetsiel. Diesmal ist Onkel Frido emotional besonders involviert. Und natürlich erfahren die Leser endlich, wohin die Hochzeitsreise der Ermittler ging. Mehr wird noch nicht verraten.



Da stellt sich mir auch gleich die Frage, wie lange schreibst Du an einem Buch?

Von der Idee bis zur Fertigstellung des Manuskripts vergehen rund drei Monate.



Kann es passieren, dass Dir Ideen zu einem weiteren Buch bereits kommen, während Du noch an einem anderen schreibst?

Das ist sogar der Regelfall. Ich habe immer mehrere Ideen im Hinterstübchen und spätestens dann, wenn ich ein Manuskript finalisiere, weiß ich, wovon der nächste Krimi handeln wird.



Wie werden die Ideen festgehalten? Irgendjemand hat mir mal etwas von einem Ideenbuch erzählt, hast Du auch so etwas oder sind es Notizzettel, worauf schnell etwas notiert wird?

Die Ideen notiere ich auf Karteikarten verschiedener Farbe und Größe,  die ich in Karteikästen sammle. Oft sind es nur Gedankensplitter wie Themen oder Personen, manchmal sind es erste Ideen für einen ganzen Plot. Einige Ideen verwerfe ich mit der Zeit oder ich wandle sie ab, und es kommen immer wieder neue dazu.



Ulrike, Du bist ein Mädel aus dem Ruhrpott, wenn ich das mal so frech formulieren darf. Wie kommt es, dass Du nun in Hamburg lebst.

Von Kindesbeinen an habe ich davon geträumt, in Norddeutschland zu leben. Es waren wohl Bilder von weiten grünen Wiesen und vom Meer, die auf irgendwelchen Wegen in meinem Kopf gelandet waren, bevor ich überhaupt bewusst denken konnte.
Nach dem Studium habe ich mir den Traum erfüllt und bin nach Hamburg gezogen. Es hätte auch Husum oder Flensburg oder eine andere Stadt in Schleswig-Holstein sein können, aber in Hamburg waren die beruflichen Möglichkeiten am besten.



Die Handlungen Deiner Krimis spielen an der Nordsee, gibt es dort Orte, die Du besonders magst? Wie gut kennst Du Dich dort aus, bist Du für Recherche dort rumgereist?

In Nordfriesland fühle ich mich wirklich zu Hause. Seit rund 30 Jahren fahre ich regelmäßig nach Amrum; die Insel ist mein ganz persönliches Paradies. Dort mag ich den Ort Nebel am liebsten. Auch nach Sylt zieht es mich immer wieder, besonders nach Kampen, List und Keitum. Manchmal fahre ich auch nach Föhr oder auf die Halligen Langeneß und Hooge. Für meine Ostfriesland-Krimis habe ich natürlich auch in Greetsiel recherchiert.



Du schreibst hauptsächlich Krimis, hast Du schon mal mit dem Gedanken gespielt, Bücher in einem anderen Genre zu schreiben?

Ich kann nicht ausschließen, mal das Genre zu wechseln. Aber im Moment denke ich noch nicht ernsthaft darüber nach. Wenn es keine Krimis sein sollten, müssten doch auf jeden Fall Spannung und überraschende Momente darin enthalten sein.



Hast Du als Kind gerne Bücher gelesen, wenn ja, weißt Du noch welche?

Als Kind habe ich Bücher gefressen. Unsere Eltern hatten unendlich viele Bücher und sie sind mit uns von klein auf in die Stadtbibliothek gegangen. Ich habe es geliebt, in der riesigen Auswahl herumzustöbern. Besonders gern habe ich Astrid Lindgrens Geschichten über die Kinder von Bullerbü gelesen.



Hast Du ein Autorenvorbild?

Ein Vorbild in dem Sinn habe ich nicht. Aber es gibt einige Autoren, die ich besonders gern lese und bei denen ich sehr genau hingucke, wie sie bestimmte Aspekte stilistisch gelöst haben. Ein Vorbild lehne ich eigentlich ganz bewusst ab, weil ich mir dann anmaßen würde, zu schreiben wie … Mir ist wichtig, nicht andere zu imitieren, sondern meinen eigenen Stil zu entwickeln.



Wenn Du eine Zeitreise machen könntest, welchen Autor aus der Vergangenheit würdest Du gerne mal besuchen?

Thomas Mann. Ich wüsste gern, was für eine Persönlichkeit er war, was ihn bewegt und wie er gearbeitet hat.




Wie sieht Dein Arbeitsalltag aus?

Seit ich nicht mehr für Kunden schreibe, sondern ausschließlich Autorin bin, leiste ich mir den Luxus, morgens erst einmal eine halbe Stunde spazieren zu gehen – bei Wind und Wetter. Danach setze ich mich an den Schreibtisch, erledige zuerst Korrespondenz und Telefonate. Anschließend arbeite ich an meinem aktuellen Manuskript.



Hörst Du Musik beim Schreiben eines Buches oder willst Du Dich durch nichts ablenken lassen?

Nein, ich höre keine Musik, kein Radio, nichts. Zum Schreiben brauche ich absolute Stille.



Wer darf Deine Bücher als erstes lesen?

Meine Lieblings-Bloggerinnen.



Ich weiß, dass Du zu Lesern und Buchbloggern einen sehr guten Kontakt hast, wie wichtig ist Dir dieser Kontakt?

Der Kontakt ist mir ausgesprochen wichtig. Es sind regelrechte Freundschaften entstanden, auch wenn sie fast ausschließlich auf digitalem Weg geführt werden. Ich finde es wunderbar, wie viel Vertrauen auf diese Weise entstanden ist und wie offen und ehrlich wir uns miteinander austauschen. Ein Leben ohne diese Kommunikation mit Bloggerinnen, Leserinnen und Lesern kann ich mir heute gar nicht mehr vorstellen!



Hast Du eigentlich Zeit zum Lesen anderer Bücher?

Leider kaum. Mein Leben ist sehr ausgefüllt und fürs Lesen bleibt mir herzlich wenig Zeit. Ich hoffe, das ändert sich mal wieder.



Wenn ja, welches Buch wolltest Du schon immer mal lesen, hast es aus verschiedenen Gründen aber nicht geschafft?

Ein spezieller Titel fällt mir nicht ein. Ich habe mehr als 200 Bücher auf meinem eReader und einige Taschenbücher und Hardcover auf meinem SUB, die allesamt sehnlichst darauf warten, dass ich Zeit für sie habe.



An dieser Stelle frage ich gerne danach, was Dir zu folgenden Namen oder Begriffen einfällt:

 Die Buddenbrooks
Ein Wahnsinnsbuch! Habe ich bereits dreimal gelesen. Und ich werde es wieder tun.

Das doppelte Lottchen
Habe ich mal gelesen, ist aber schon ein Weilchen her.

Mark Twain
Ich weiß, dass es ihn gibt, aber ich habe nie etwas von ihm gelesen.



Liebe Ulrike, ich möchte mich nun vielmals für Deine Antworten bedanken und ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg mit Deinen Büchern.

Herzlichen Dank an Dich, liebe Ulla, für dieses schöne Interview! Dir und den vielen anderen engagierten Bloggerinnen sowie allen Leserinnen und Lesern wünsche ich schöne Ostertage!



Diese Bücher sind bisher im Klarant Verlag erschienen:






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da ich mit diesem Interview auch etwas Werbung für die Bücher mache, habe ich hier die Kennzeichnung vorgenommen.